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Geschichten aus der MobiJob-Beratung

Amer Ayasso (35) ist seit Anfang 2017 in Deutschland. In Syrien hat er Betriebswirtschaftslehre studiert und mehr als 10 Jahre als Versicherungskaufmann in Damaskus gearbeitet. Zusammen mit MobiJob hat er in Berlin eine Arbeit gefunden. Im Interview mit der mobilen Jobberaterin Janine Schneider berichtet Amer, wie sich sein Leben seither verändert hat.

MobiJob: Hallo Amer. Du warst vor einiger Zeit bei uns in der Beratung. Was habt Ihr da gemacht?

Amer: Ich war bei Khaled im November 2017 in der Beratung. Er hat mir geholfen, meine Bewerbungsunterlagen zu schreiben und mit mir eine Stelle zu suchen. Wir haben zusammen drei Bewerbungen verschickt. Nach einem Monat habe ich eine E-Mail bekommen mit einer Absage. Dann hatte ich ein Vorstellungsgespräch und bekam auch eine Absage. Ich war sehr traurig. Da war ich seit 10 Monaten in Deutschland und hatte bisher B1 gemacht. Dann hat mich die Firma, bei der ich jetzt arbeite, angerufen und zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Da hat die Chefin dann gesagt, dass ich in zwei Monaten anfangen kann. Seit Februar 2018 bis heute arbeite ich im Deutschen Büro Grüne Karte e. V.

MobiJob: Was für eine Arbeit machst Du da?

Amer: Unser Verein ist zuständig für Unfälle mit ausländischen Autos in Deutschland. Ich arbeite im Frontoffice. Den ersten Arbeitsvertrag habe ich für 6 Monate bekommen. In dieser Zeit habe ich nur schriftlich gearbeitet. Ich habe Dateneintragungen am Computer gemacht. Also Daten von Anwälten und Versicherungsfirmen eingetragen. Da die Arbeit international ist, musste ich auch manchmal E-Mails auf Englisch beantworten.

MobiJob: Haben sich Deine Aufgaben mit der Zeit geändert?

Amer: Letztes Jahr im August habe ich meinen Vertrag um 1 Jahr verlängert. Meine Chefin hat mir da gesagt, dass ich ab Januar mit den Kunden auch am Telefon sprechen muss. Wie jede Person im Frontoffice. Ich habe gesagt: Ok, ab Januar. Ich habe dann gleichzeitig einen B2-Kurs gemacht. Im November bin ich zu unserer Sachbearbeiterin gegangen und habe sie um Unterstützung am Telefon gebeten. Sie hat mit mir ungefähr 1 Monat lang geübt. Das hat mir sehr geholfen. Im Dezember konnte ich schon allein mit Kunden telefonieren. Da saß sie dann immer noch daneben. Jetzt telefoniere ich jeden Tag 2-3 Stunden lang allein mit Kunden.

MobiJob: Was gefällt Dir an Deiner Tätigkeit am besten?

Amer: Das Schwierigste war die deutsche Sprache. Mit der Arbeit kann ich meine Deutschkenntnisse weiter verbessern. Das gefällt mir sehr gut. Außerdem ist unser Arbeitsklima sehr nett. Alle helfen mir immer.

MobiJob: Wie hat sich Dein Leben durch die Arbeit verändert?

Amer: Es ist sehr viel besser als am Anfang. Durch die Arbeit haben meine Frau und ich nach 6 Monaten auch eine neue Wohnung gefunden. Wir hatten zusammen erst 25 qm, jetzt haben wir 60 qm. Wir haben jetzt ganz neue Chancen.

MobiJob: Womit hat die Mobile Jobberatung Dir hauptsächlich geholfen?

Amer: Ich habe zuerst nur ein Praktikum gesucht. Mein Deutsch war ja noch nicht so gut. Ich dachte nicht, dass ich in Deutschland in meinem Beruf arbeiten kann. Ich habe Khaled dann aber bei der „Shop a Job“-Messe kennengelernt. Er hat mich überzeugt. Mit MobiJob habe ich eine gute Arbeit gefunden.

Informationen zu den Angeboten der Mobilen Jobberatung für Geflüchtete finden Sie hier.